Sonntag, 17.05.20 – Rogate

Das Gebet sollte unser Steuerrad und nicht unser Ersatzrad sein.   

Corrie ten Boom

In einem Flugzeug, das über dem Ozean einen Triebwerksschaden hat, gibt es niemanden, der nicht betet. 

unbekannt

Glücklich schon der, der im Alltag von Zeit zu Zeit immer wieder betet!  Er wird gewiss wenigstens selbst nicht ganz alltäglich.    

Karl Rahner

Arbeite, als würdest du 100 Jahre leben,
bete als würdest du morgen sterben. 

Benjamin Franklin

Möchtest du wissen, wer Jesus Christus ist, dann lies das Neue Testament. Möchtest du Jesus Christus erfahren, dann bete.     

Sadhu Sundar Singh

Das Gebet ersetzt keine Tat.
Aber es ist eine Tat, die durch nichts zu ersetzen ist. 

Dietrich Bonhoeffer 

Das Unglück dieser Welt von heute besteht darin, dass die, die beten, nicht denken.  Und die, die denken, nicht beten.  

Bruce Marshall

Liebe Gemeinde! Liebe Freunde unserer Webseite!

Dieser Sonntag heißt Rogate, lateinisch für: Betet! Sollte ich überhaupt den vielen guten und klugen Worten über das Beten für Sie noch weitere hinzufügen? Wohl nicht, es sei denn, sie ermutigen zum Selberbeten… 

Gerne will Ihnen aber auch hier sagen, dass wir ab Himmelfahrt in unseren Kirchen wieder gemeinsam beten dürfen und wollen. In Hörnerkirchen gibt es für den Gottesdienst um 10 Uhr und bis auf Weiteres 50 Plätze und um 11 Uhr in Hohenfelde 30. 

Das Beten geschieht auflagengemäß mit Distanz zueinander; nur Haushaltsangehörige dürfen auf Tuchfühlung gehen. Das wird schon ein besonderes Gefühl sein! An unserer Distanz zu Gott ändert das jedoch nichts. Der Vater im Himmel ist uns immer so nahe, wie wir ihn an uns heranlassen. Gerade das Hören auf ihn und das Gespräch mit ihm ist – neben dem leider in Gemeinschaft noch verbotenen Singen – wohl die schönste Art, Gemeinschaft mit ihm und anderen Gotteskindern zu haben. 

Ich habe Ihnen oben ein paar Lieblingszitate zum Gebet notiert. Welches davon spricht Sie am meisten an? Ich freue mich über Echos; egal ob als Kommentar auf der Webseite oder einer E-Mail an mich.

Mein liebstes Lied zum Thema ist der Gospel „It’s me, oh Lord!“ Der Refrain wiederholt vielfach: „Ich bin es, oh Gott, nur ich selbst bin es, ja ich bin derjenige, der beten muss (oder der das Beten nötig hat).“ Und quer durch Kirche und Familie werden dann in den Strophen Bezugspersonen aufgezählt: „Nicht Vater oder Mutter, nicht der Pastor oder der Diakon – ich bin es, der beten sollte.“ Welches Lied zum Thema bzw. welches als Lied gestaltete Gebet ist Ihnen lieb? Natürlich soll und wird ein Pastor auch beten, hoffentlich die anderen genannten Personen in Ihrem Umfeld auch… Und auch das Beten füreinander will der Gospel nicht ausschließen. Im gottesdienstlichen Fürbittengebet und genauso im persönlichen, ganz privaten Gebet: Die nahen oder fernen Mitmenschen werden immer wieder in den Blick kommen! 

Meine persönliche Haltung zum Beten drückt sich in einer jüdischen Weisheit aus. Darin schildert Rabbi Elieser seine Erwartung an das himmlische Gericht. Er wird gefragt: „Hast du genug gebetet, in der Bibel gelesen und Spenden gegeben?“ Er wird mit dreimal verneinen müssen und besteht dennoch: „Der höchste Richter wird dann sagen: ‚Das ist alles richtig. Aber weil du, Elieser, wahrhaftig geantwortet hast, sollst du mit uns in der himmlischen Herrlichkeit sein.‘“Also selbst die, denen es Lebensinhalt oder wie bei uns Pastoren Amt und Beruf ist, werden immer wieder mit dem Ungenügen des eigenen Betens konfrontiert. 

Das ist aber kein Grund, es nicht immer wieder neu zu versuchen. Für mich nicht und für Sie auch nicht! Daran – nicht mehr und nicht weniger – möchte uns der zum Gebet rufende Sonntagsname erinnern. 

Ich wünsche Ihnen einen im Gebet gesegneten Sonntag. 

Ihr Pastor Ulrich Palmer

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