Sonntag, 03.05.2020 – Jubilate

„Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich!“ So beginnt der 66. Psalm, der diesem Sonntag seinen Namen gegeben hat: „Jubilate“. Finden wir Grund zu jauchzen und zu lobsingen in diesen Corona- Zeiten? Die Expertenmeinungen zum Umgang mit der Pandemie gehen inzwischen immer weiter auseinander: Die einen warnen vor zu schnellen Lockerungen der Verhaltensregeln. Die anderen halten diese Regeln für überzogen. Niemand kann genau sagen, wie es weitergehen wird.

„Wir haben immer noch viel, wofür wir „danke“ sagen können!“ Zu diesem Ergebnis kam meine Gesprächspartnerin am Telefon. Zuvor hatten wir eine Reihe der Probleme angesprochen, die sich aus der Corona – Krise ergeben. Wir hatten einander unsere Ängste und Sorgen mitgeteilt. So viele Menschen sind schwer erkrankt oder gestorben. Auf so vieles muss jetzt verzichtet werden. Liebe Gewohnheiten müssen ausgesetzt werden. Die Distanz zu vielen Menschen ist durch fehlende Treffen größer geworden. Und auch hier die Frage: Wie lange noch? Wie geht es weiter?

 Doch plötzlich nahm unser Gespräch eine Wendung und wir sprachen darüber, was uns auch in dieser Zeit Freude macht: Die Gemeinschaft in unseren Familien; das Privileg in Häusern mit Garten zu leben; das aufkeimende Grün und die bunten Blumen; die Radtouren in der Natur; mehr Zeit zum Nachdenken über das, was wirklich wichtig ist; geregelte Tagesabläufe; mehr Ruhe für Gebete.

Mir sind dazu noch so manche Erinnerungen neu wichtig geworden. Gern rufe ich mir Erinnerungen an Situationen wach, in denen für mich der Geist Gottes spürbar war. Zum Beispiel denke ich oft an die Weintraube, die alle Kirchengemeindegruppen gemeinsam zum 250. Jubiläum der Kirche in Hohenfelde hergestellt haben: Jede Gruppe hatte eine Beere liebevoll gestaltet. Aus den Beeren strahlten die Freude und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppenmitglieder heraus. Und alle Beeren zusammen bildeten eine Traube, die sich vom Weinstock, von Jesus Christus, gehalten, getragen und versorgt fühlt. Ich denke, diese Freude und Verbundenheit ist auch jetzt da. Vielleicht nicht ganz so sichtbar, aber tröstend und tragend. (Der Versuch, die Beeren von der Wand der Kapelle zu lösen, schlug übrigens fehl. Vielleicht soll uns das etwas sagen?!)

„Wir haben immer noch viel, wofür wir „danke“ sagen können.“ Wir haben immer noch viel Grund, Gott zu loben: „Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich!“

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen,
Ihre Petra Steltner

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