Ostersonntag, 12.04.2020

Wer wälzt uns den Stein?

In diesen Tagen lasten auf vielen von uns Sorgen und Ängste. Wie schwere Steine liegen sie uns auf der Seele: Wird der Covid 19 Virus auch in unsere Dörfer kommen? Wird jemand aus dem Kreis unserer Liebsten schwer erkranken? Wie wird es zukünftig mit unserem Zusammenleben, unserer Arbeit, unserem Auskommen sein? Wie wird es nach den Kontaktverboten weitergehen? Wird Deutschland in eine tiefe Krise geraten? Werden sich internationale Beziehungen verändern?

In einer tiefen Krise sind die Freundinnen und Freunde Jesu als sie seiner Kreuzigung zusehen müssen. Alles, was sie gehofft und geglaubt haben, scheint mit Jesu Tod hinfällig. Alle Hoffnungen auf ein Leben in Frieden und Gerechtigkeit sind zerplatzt. Die Trauer ist groß. Wie wird die Zukunft aussehen? Wie werden sie weiterleben ohne ihn? Fragen, schwer wie Felsbrocken.

Die Bibel erzählt, dass zwei Frauen sich aufmachen, um sich von Jesus zu verabschieden und ihm die letzte Ehre zu erweisen. Was sie erleben sprengt ihre Vorstellungskraft:

Der Stein, der Jesu Grab  verschlossen hatte, ist weggerollt! Auf ihm sitzt ein Engel und verkündet: „Fürchtet euch nicht. Jesus ist auferstanden, wie er gesagt hat!“ Das Leben ist stärker als der Tod. Jesus wird weiter an eurer Seite sein.

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Für mich ist die Ostergeschichte Ermutigung, auch in schweren Zeiten die Hoffnung nicht aufzugeben. Gott steht auch in diesen Zeiten an unserer Seite. Er verlässt uns nicht. Er leidet mit uns. Aber da ist auch die Aussicht auf neues Licht im Leben. Die Sorgensteine können ein Stück weit zur Seite gerollt werden. Neue Zuversicht, neue Freude, neuer Mut können erwachen. 

Nach dieser frohen Botschaft bekommen die Frauen in der Bibel gleich einen Auftrag: Sie sollen in ihren Alltag und zu den Freunden von Jesus zurückkehren. Auch sie sollen ermutigt werden. 

Wir können die Frauen begleiten. Wir können einander am Telefon oder über den Gartenzaun erzählen, wo wir die Nähe Gottes spüren in diesen Ostertagen. Wir können einander zur Seite stehen und einander ermutigen. Vielleicht haben Sie auch Lust, bei einer Aktion mitzumachen, zu der viele Gemeinden der Nordkirche einladen: Bemalen sie Steine mit Hoffnungszeichen und legen Sie sie beim Spazierengehen an verschiedenen Plätzen aus. Das wird Hoffnung weitertragen und Freude machen!

Ein gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen,

Ihre Pastorin Petra Steltner  

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